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| _ INTERVIEW MIT KLEM LOSKOT | Click on the pictures to enlarge them! _ All the pictures are courtesy of Klem Loskot _ |
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Klem Loskot, geboren am 11ten Mai 1974, wuchs in der Nähe von Salzburg auf. Mit 15 Jahren zeigten ihm Freunde eine neue Welt – die Welt der Felsen (1989).
Jahre später hat er weltweit schwierigste Routen und Boulder etabliert und neue Klettergebiete
entdeckt. Im Jahr 2000 ernennt ihn das „Climbing Magazine“ zum „World’s best Boulderer/Sport Climber“. Bis heute hat er viele Kletterer inspiriert (und tut dies auch weiter) in Filmen wie
"evolution/revolution 1", "Klettern am Rande des Menschenmöglichen", "Dosage 1, 2 & 3", etc ...
2000, immer auf der Suche nach seinen Grenzen, schreibt Klem zusammen mit Udo Neumann das Buch, „DER ELFTE GRAD“ (siehe: www.udini.com). Jetzt ist Klem zurück, mit einem neuen Buch, “Emotional Landscapes” (siehe: www.klemloskot.com). Das Buch erzählt von den entlegensten und schwierigsten Felsen der Welt, der
Wildnis Australiens, der afrikanischen Steppe, der Schönheit tropischer
Inseln, an denen sich riesige Granitblöcke und der Ozean treffen, den
Felsklippen Vietnams und des Mittelmeeres, dem indischen Flair, von
tief verschneiten Bergen und von Stränden, wo sich Wellen perfekt in
Sandbuchten hineinschälen ... Es gibt nicht mehr nur den Drang immer besser zu werden, viel mehr
träumt Klem vom „Tanzen auf den Felsen“. Neue Spots zu finden, neue
Bewegungsformen zu entwickeln und das Leben in all seinen Facetten zu
geniessen, ....
Climbing.lu hatte die Ehre Klem zu interviewen und so wünschen wir Euch viel Spass beim Lesen.
Enjoy ...
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1. Welche Kletterer haben dich am meisten inspiriert in deiner Jugend und heute noch?
Als ich mit dem Klettern begonnen habe, habe ich mir von Freunden Kletterhefte ausgeliehen. Beeindruckt war ich von den Fotos, über einen Kerl mit langer roter Löwenmähne, der im Verdon an grauen, glatten, steilen Routen seine kleinen Finger in Einfingerlöcher stopfte um den Weg nach oben zu finden. Die Rede ist von Beat Kammerlander.
Ein anderer rotmähniger Kletterer ist Lenz Hammerl. Eine Legende im Salzburg-Oberösterreichischen Raum, dem ich bei meinen ersten Klettergartenbesuchen in einer 10‘er Route zuschaute und auch sehr beeindruckt war.
In Salzburg gab es relativ wenige Kletterer, bei weitem keine Kletterszene wie beispielsweise im Frankenjura, und so bin ich unbeeinflusst in den Salzburger Wäldern aufgewachsen, mit ein paar wenigen guten Freunden. Frei von Regeln, inspiriert von den eigenen Möglichkeiten.
2. Trainierst du manchmal noch spezifisch für ein Kletterproblem?
Habe ich noch nie gemacht. Darum bin ich auch noch nichts wirklich schweres geklettert. Maximal 4-5 Tage an den Boulder/Routen probiert, ausser ein paar ganz wenigen, widerspenstigen Problemen.
3. Du warst vor ein paar Jahren schon mal in Berdorf zum Klettern. Was hälst du von diesem Klettergebiet?
Wir waren auf der Durchreise nach GB. Leider waren das Wetter recht feucht und die Felsen etwas sandig, drum sind wir auch nach ein paar Routen wieder ins Auto gehüpft. Ich würde mich sehr freuen, wenn es in meiner Heimat ein so lässiges Sandsteingebiet gäbe!
4. Unsere Homepage basiert auf dem Moto "it's all in your mind!", kannst du uns etwas dazu sagen?
Im Kopf sind die Visionen.
Die Kraft liegt im Bauch.
5. Man sagt oft du wärst der Philosoph der Kletterszene, kannst du uns etwas dazu sagen?
Eigene Ausdrucksweise und eine sehr bildhafte Sprache, verbunden mit tiefen Gedanken...
6. Du gehst auch sehr viel surfen. Was verbindet respektiv haben das Klettern und das Surfen gemeinsam?
Für mich eher recht wenig. Das macht auch den Reiz aus.
7. Was ist für dich ein geileres Gefühl, DIE perfekte Welle zu surfen oder einen Boulder/Route zu bezwingen?
Hängt immer davon ab, auf welchem „Planeten“ ich gerade bin. Vom Hochgefühl her ist es ähnlich. Geiles Gefühl, du willst es gleich wieder haben, und noch intensiver. Allerdings vom körperlichen Bewegungsempfinden her sehr unterschiedlich. Die Kletterei ist mir sehr viel vertrauter und betreibe ich auf einem höheren Niveau, drum ist es intensiver und habe mehr Möglichkeiten um zur gewünschten Glückshormonausschüttung zu kommen. Oder weniger Möglichkeiten, weil ich vieles schon kenne, nicht mehr so neugierig bin usw... je besser man in irgendeiner Sache ist, umso höher das Niveau und umso perfektere Bedingungen um zum „Orgasmus“ zu kommen.
8. Kleine Fragen mir kurzer Antwort:
- Was ist deine Lieblingsmusik?Old hindi music.
- Dein Lieblingsessen?
Viele frische Pflanzen und genügend Zeit zum Geniessen.
- Irgendwelche Hobbies neben dem Klettern und Surfen?
Skifahren, zur Zeit meine intensivste Leidenschaft.
- Dein Lieblingsplatz auf der Erde oder wo kletterst respektiv hälst du dich am liebsten auf?
Mit Menschen die mich und die ich gerne habe, mit denen ich Tage teile, und Zeit eine untergeordnete Rolle spielt. Am liebsten in den Bergen, abseits des täglichen Lebens, wo man schwer auf andere Menschen trifft. Wo genau diese Konstellation eintritt ist dann nebensächlich. Es gibt so viele edle Plätze...
- Wirst du irgendwann sesshaft? :)
Ich versuche sesshaft zu sein, egal wo ich bin. Die eigenen inneren Unruhen durch Ausgeglichenheit und Zufriedenheit verschwinden zu lassen.
Ansonsten fühle ich mich zu Hause sehr wohl, verbringe dort gerne viel Zeit, obwohl ich das in den letzten Jahren nicht tat, und hoffe wieder mehr zu Hause sein zu können. Ich vermisse ein familiäres Leben.
9. Du machst ja auch sehr viel DWS. Was ist für dich so besonders am Deep Water Soloing?
Als ich mit dem DWS’ln angefangen habe war das Neue und Unbekannte das Reizvolle. Neue Möglichkeiten erleben, die Fahrt ins Blaue. Und trotzdem ist vieles vertraut, das Klettern an sich.
Highball Bouldering mit dem edelstem und weichstem Crashpad, speziell bei wildem Seegang. So unbekümmert kann man weder mit Seil noch beim Bouldern sein.
10. Ab welcher Höhe würdest du nicht mehr beim DWS abspringen? Will man immer höher/weiter oder siegt irgendwann die Vernunft?
Hängt, wie gesagt, vom Seegang ab. Wenn das Wasser total ruhig ist, beginnt es ab 15 Meter kritisch zu werden. Du musst mit den Füssen zuerst und sauber eintauchen, die Hände am Körper haben, etc... um nicht verletzt werden zu können. 20m und mehr, da muss man schon sehr im Bilde sein um die Situation steuern zu können, viel Erfahrung und ein Talent für dieses Unternehmen unbedingt nötig, unkontrolliertes Eintauchen sehr riskant. Mehr als 25m ist bei gespannter Wasseroberfläche sehr kritisch und man muss wissen wie man von so einer Höhe eintauchen muss, und es drauf haben, immer auf den Füssen zu landen.
Für mich persönlich hört es bei 20m auf, an wilde Dynamos zu denken. Nur durch guten Seegang, unterwegs mit sehr guten Freunden, „gesund“ nach oben gepusht ist etwas mehr drinnen.
„Echte“ 20m sind wirklich hoch. 20 Klettermeter, die recht überhängend sind, sind vielleicht nur 15m hoch.
11. Du bist bekannt als "Master of the dynos"! Was fasziniert dich so an Sprüngen und dynamischen Zügen?
In einem Zug trifft sich das Kletteruniversum. Für mich ist die schwierigste Kletterei die, mit der höchsten Intensität. Folglich reduziert sich alles auf einen Zug. So ein Zug kann eigentlich nur dynamisch sein, denn sonst ist diese hohe Intensität nicht auszuhalten. Was mich daran fasziniert ist die Komplexität.
12. Kletterst du eigentlich noch mit Seil an Felsen oder machst du hauptsächlich nur noch DWS, Bouldern und Surfen?
In den letzten 10 Monaten bin ich fast gar nichts geklettert. Umso motivierter bin ich auf den Winter bei uns zu Hause. Schon lange war ich nicht mehr so enthusiastisch.
13. Gibt es demnächst wieder ein Film mit/von dir?
Zur Zeit bin ich in Indonesien, Surfen etc... Ziel dieser Reise ist mit einem Film zurückzukommen.
Desweiteren bin ich dabei mein Video-Archiv aufzuarbeiten. Es gibt viel unveröffentlichtes Material und vielleicht reicht es bis zum Frühjahr 2007 aus, für die erste eigene Dvd.
Neue Kletterfilmprojekte habe ich zur Zeit keine geplant. Eben weil ich gerade nichts klettere und weil ich noch beschäftigt bin das Archiv vom letzten Jahr etc. aufzuarbeiten.
14. Du hast ein neues Buch veröffentlicht mit dem Titel "Emotional Landscapes". (climbing.lu: " ... fantastisches Buch! www.klemloskot.com ) Wie bist du auf die Idee gekommen ein solches Buch rauszubringen?
Mir selber gefallen ästhetische Bilder, die inspirierend und geheimnisvoll sind. Das gestochen scharfe Bild finde ich ist eine Perfektion der Menschheit. Denke ich an Erlebnisse und an Bilder die mir dabei einfallen, sind dies verschwommene Bilder, auf denen ich einen kleinen Fokus (je schärfer in die Tiefe, desto kleiner) herumschiebe. Bei diesen persönlichen Bildern im Kopf sind viele Emotionen miteingestrickt.
Das Buchprojekt hat in erster Linie Spass gemacht, meine Vorstellungen auf Papier zu bringen, meine persönlichen Bilder auf Papier zu bringen. Natürlich war dies ein unmögliches Unterfangen, aber eine gewisse Annäherung ist mir gelungen.
Desweiteren wollte ich all die edlen Bilder, die Freunde, mit denen ich unterwegs war, und ich geschossen haben, nicht verstauben lassen und in irgendeiner Weise „sinnvoll“ nutzen.
15. Was möchtest du den Kletterern und anderen Leuten mit dem Buch mitteilen?
Ich will inspirieren, meine Erfahrungen mitteilen, die Leidenschaft draussen zu sein und sich körperlich zu bewegen, teilen.
Einen bildlichen Genuss liefern.
16. Welches sind deine nächsten Ziele und Projekte?
Film in Indonesien, Buchpräsentation in den USA (September/Oktober), Skifahren im Winter zu Hause, gesund und stark bleiben.
17. Ein paar letzte Worte, Ideen und Ratschläge an climbing.lu und andere Kletterer!?
Die Fähigkeit und Hingabe zum Genuss. Ich wünsche Zufriedenheit!
Vielen Dank an Klem für dieses ausführliche Interview und die mitgelieferten Fotos!
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